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05-09-2002
Elektronik aus Supraleitern: Dünne
Filme aus Magnesiumdiborid ebnen den Weg
05-09-02
University Park (USA) -
Händeringend suchen Physiker nach "heißen" Supraleitern,
die weit oberhalb von minus 269 Grad Celsius Strom ohne
Widerstand leiten. Mit der einfachen und vor allem
günstigen Verbindung Magnesiumdiborid (MgB2) kennen die
Forscher seit einem guten Jahr einen vielversprechenden
Kandidaten, um elektronische Schaltungen auf
Supraleiterbasis aufzubauen. US-Forscher entwickelten
nun eine neue Methode, diesen Supraleiter in dünnen und
glatten Filmen herzustellen und berichten darüber in der
Erstausgabe des Fachblatts "Nature Materials".
Magnesiumdiborid
leitet bereits bei minus 234 Grad Celsius elektrischen
Strom ohne jeden Widerstand. Um die in Geräten
verwertbaren dünnen Filme zu erhalten, verdampfen Xiaoxing Xi und seine Kollegen von der
Pennsylvania State University das
Metall Magnesium bei rund 700 Grad. Diesen Metalldampf
leiten sie in eine Wolke aus Diboran, einer Verbindung
aus Bor und Wasserstoff. Magnesium- und Bor-Atome
verbinden sich dabei unter hohem Druck und lagern sich
in extrem dünnen Schichten auf eine harte Oberfläche
ab.
Mit einer neuen
Methode lassen sich sehr glatte und nahezu
fehlstellefreie Magnesiumdiborid-Schichten herstellen.
(Quelle: Xiaoxing Xi, PennState
University)Dieser
Supraleiter-Film übertrifft in seiner Qualität alle
Ergebnisse bisheriger Versuche, dünne Schichten
herzustellen. Er ist sowohl ausgesprochen glatt als auch
nahezu frei von Fehlstellen, welche die Supraleitung
zusammenbrechen lassen könnten. Damit bildet dieser Film
gute Voraussetzungen, um eine Elektronik mit
Supraleitern zu entwickeln. Experten gehen davon aus,
dass damit deutlich schnellere Rechenprozesse möglich
werden als mit der heutigen
Silizium-Technologie.Bisher finden sich Supraleiter in starken
Elektromagneten der Teilchenbeschleuniger oder in hoch
empfindlichen Kernspin-Tomographen, die kleinste
Magnetfelder detektieren können. Diese so genannten
"SQUIDS" bauen meist auf dem Metall Niob auf, das bei
minus 269 Grad in den supraleitenden Zustand übergeht.
Bestimmte Keramiken aus speziellen Kupferoxiden
übertreffen Magnesiumdiborid zwar locker in der
Sprungtemperatur, sind aber eher spröde und relativ
kompliziert und teuer herzustellen. MgB2 füllt demnach gut
die Lücke zwischen diesen beiden Materialgruppen. Mit
der weiteren Entwicklung der Herstellungsprozesse könnte
die relativ einfache Verbindung schnell ihren Weg in
erste technische Anwendungen finden.Jan Oliver Löfken, Wissenschaft
aktuellWeitere
Infos:QuelleX.
Zeng et al., In situ epitaxial MgB2 thin films for
superconducting electronics, Nature Materials 1, 35 (2002) http://www.nature.com/doifinder/10.1038/nmat703Forscher: Xiaoxing Xi, Tel:
+1-814-863-5350,E-Mail: xxx4@psu.eduPenn State University: http://www.psu.edu/Department of Physics:http://www.phys.psu.edu/Entdeckung von MgB2 als Supraleiter:
J. Nagamatsu et
al., Superconductivity at 39 K in magnesium diboride,
Nature 410, 63 (2001)
http://www.nature.com/doifinder/10.1038/35065039
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