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3.9.2002 Dünne Filme aus neuem Supraleiter
Amerikanische Materialwissenschaftler haben ein Verfahren
entwickelt, um glatte und dünne Filme aus einem neuartigen
Supraleiter herzustellen. Wie die Forscher im Fachblatt "Nature
Materials" berichten, umgeht die Methode die Nachteile bisheriger
Verfahren und könnte den Einzug des Supraleiters in Medizin und
Technik beschleunigen.
Vor nicht einmal zwei Jahren wurde
entdeckt, dass die altbekannte Verbindung Magnesiumdiborid (MgB2)
bei einer Temperatur von minus 234 Grad Celsius (39 Kelvin) ihren
elektrischen Widerstand verliert. Diese Sprungtemperatur liegt
einige Grad über der anderer Materialien. Mit Supraleitern
arbeitende Geräte, beispielsweise Magnetfeldsensoren in
medizinischen Instrumenten, könnten dadurch zehnmal preiswerter
betrieben werden als bisher.
Derartige Sensoren enthalten
dünne Filme des jeweiligen Supraleiters, die schichtweise
übereinander liegen. Die Herstellung solcher Filme aus
Magnesiumdiborid erwies sich jedoch als problematisch. Entweder
waren die einzelnen Filme zu rau und damit für das
Übereinanderschichten ungeeignet. Oder aber sie wiesen
Verunreinigungen und eine ungeordnete Struktur auf, was die
Sprungtemperatur senkte und damit den Vorteil des Magnesiumdiborids
zunichte machte.
Xiaoxing Xi von der Pennsylvania State
University, University Park, und sein Team haben nun ein Verfahren
entwickelt, mit dem sich Magnesiumdiborid-Filme mit den gewünschten
Eigenschaften herstellen lassen. Die Forscher legen das zu
beschichtende Material sowie kleine Magnesium-Bröckchen auf eine
Platte, die in einem rohrförmigen Reaktor platziert wird. Wie bei
einem Induktionsherd wird die Platte dann mit Hilfe von außerhalb
der Reaktorröhre sitzenden Stromspulen auf bis zu 760 Grad Celsius
erhitzt.
Gleichzeitig wird ein dichter Strom aus Wasserstoff
und Diboran über die Platte geleitet. Letzteres - eine Verbindung
aus Wasserstoff und Bor - reagiert mit dem Magnesium zu
Magnesiumdiborid, welches sich als glatter, wohlgeordneter Film auf
der Unterlage niederschlägt. Auch Verunreinigungen finden sich kaum
- vermutlich wird der größte Störenfried Sauerstoff von dem
Wasserstoffgas abgefangen, bevor er in die Filme eingebaut werden
kann.
Wie Xiaoxing Xi und sein Team berichten, werden die
Filme bei 39,3 Kelvin supraleitend und verkraften relativ hohe
Stromstärken. Zwar muss die Technik noch verfeinert werden, um damit
mehrschichtige Filme herstellen zu können. "Da das System
gegenwärtig so einfach ist, kann man sich aber Modifikationen
vorstellen, die ein aufeinanderfolgendes Abscheiden mehrerer
Supraleiter, Isolatoren und anderer Materialien erlauben",
kommentiert John Rowell von der Northwestern University, Evanston,
in der gleichen Ausgabe des Fachblatts.
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